Über den Autor

Maruya Saiichi

Saiichi Maruya
Saiichi Maruya (geb. 1925) wurde 1945 in die japanische Armee eingezogen und schrieb sich 1947 an der Universtität Tokio für das Studium englischer Literatur ein. Nach seinem Abschluss lehrte er diese selbst ebendort und an der Kokugakuin Universität. Währenddessen schrieb er Novellen und Romane wie Ehoba No Kao O Sakete (1958), Kanata He (1962) und Sasamakura (1966; engl.: Grass For My Pillow, 2002). Er übersetzte den Ulyseesvon James Joyce, der sein eigenes Werk stark beeinflusste, wie auch Werke von Graham Greene. 1968 gewann Maruya den Akutagawa-Preis für Toshi No Nokori, 1972 den Tanizaki-Preis für Tatta Hitori No Hanran (engl.: Singular Rebellion, 1990). Er trat auch als bedeutender Literaturkritiker und Essayist in Erscheinung. Auf Deutsch liegt bisher sein satirischer Roman Die Journalistin (Insel Verlag 1997) vor. Im Jahr 2010 wurde Saiichi Maruya für seine Übersetzung des Werkes von James Joyce der Yomiuri-Literaturpreis verliehen.

 

MARUYA Sai’ichi
Baumschatten

Saiichi Maruya, 85, mehrfach ausgezeichneter japanischer Autor und Übersetzer, führt in seiner Novelle den Protagonisten Furuya Ippei über dessen Begeisterung für Baumschatten zurück in seine frühe Kindheit, wo er mehr über sich erfährt als er je zu glauben vermochte.

“In der Wirklichkeit, die Maruya in Baumschatten entwirft, findet der Leser keine Matrix, die ihn in Kategorien bekannter Ordnungen und sich selbst gleich bleibender Dinge zur Ruhe kommen ließe. Surrealistisch verfließen Zeit und Raum zu einer formbaren, plastischen Masse. Maruyas Suche deckt das Chimärische aller Kategorien auf, er findet unter ihnen immer wieder neue Häute und Netze, deren vielschichtiges Glitzern seine Protagonisten taumeln und in einem Meer von Geschichten verschwinden lässt, in dem sie selbst nur Schatten von Anderen sind.”
(aus dem Nachwort des Übersetzers)