Über den Autor

Ishii Shinji

ISHII Shinji
1966 in Osaka geboren, studierte Französische Literatur an der Universität Kyoto und arbeitete im Anschluss als Zeitschriftenredakteur. 1994 erschien sein Erstlingswerk »Amusuterudamu no inu« (Ein Hund in Amsterdam). Für »Kuhtse, der Weizenstampfer« wurde er 2003 mit dem Tsubota Joji-Literatur-Preis ausgezeichnet. Ishii lebt in Kyoto und dem Fischerdorf Misaki.

 

ISHII Shinji
Kuhtse der Weizenstampfer

In einer schwülen Sommernacht begegnet Katze, ein ungewöhnlich großer Junge mit einer Katzenstimme, zum ersten Mal Kuhtse. Ein Geräusch reißt ihn aus dem Schlaf und als er aus dem Fenster blickt, breitet sich vor seinen Augen ein goldgelbes Weizenfeld aus, auf dem ein leuchtend gelb gekleideter Kauz mit seinen Füßen jenes rhythmische, monotone Geräusch erzeugt, das Katze geweckt hat. Die Begegnungen mit Grün, dem farbenblinden Mädchen, dem Schattenboxer, den alle Schmetterlingsmann nennen, und dem blinden Cello-Virtuosen verschaffen Katze Zugang zu einem musikalischen Kosmos, der für alle Sonderlinge einen Platz bereithält und in dem Kuhtses Stiefel den Rhythmus vorgeben.

Ein märchenhafter Roman über eine Welt der Musik und der Fantasie, in der es keinen Gegenstand gibt, der nicht als Instrument taugt.

»Was Kuhtse auch sagte, er zeigte nie Gefühle, weder als später die Stadt vom Unglück heimgesucht wurde noch als der Hausmeister verunglückte. Selbst als er das Ende des ›Mäusemannes‹ voraussagte, blieb sein Stampfen völlig ausdruckslos. Mit seiner rauen Stimme, die außer mir niemand hören konnte, vertraute mir Kuhtse alle möglichen Dinge an, während er unbekümmert weiter den Weizen stampfte …
Der einzige Ort, an dem ich Ruhe vor meiner Stimme hatte, war unter dem Dach. Ich stieg die verzierte Treppe hinauf und blickte vom Schrank hinter die Zimmerdecke. Wenn ich das tat, verstummte seltsamerweise das Getöse, das durch die ganze Stadt hallte. Kuhtse war immer da. Er stampfte mit den Füßen, wirbelte den Sommerstaub auf und schwang dabei sein knallgelbes Hemd.
Tam, tatam, tam – Der Körper. Er ist ein Instrument. Er redete nach wie vor rätselhaftes Zeug.«